Verein alleinerziehender Mütter und Väter - Landesverband NRW e.V.

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Unterhaltsvorschuss nicht verschieben oder zerreden!

Mit einem großen Verbändeaufruf "Kinderarmut bekämpfen - Ausbau Unterhaltsvorschuss jetzt" meldet sich der VAMV kurz vor der entscheidenden Arbeitsgruppensitzung zu Wort, die den Ausbau des Unterhaltsvorschusses endlich voranbringen soll. Gemeinsam fordern 20 Verbände "Schluss mit dem Finanzgerangel auf dem Rücken der Kinder!" Zeitgleich geht die Petition "Lassen Sie Trennungskinder nicht länger im Stich" auf die Zielgerade. Über 30.000 Unterstützer*innen fordern in ihr den rückwirkenden Ausbau zum 1. Januar 2017.

Die Fakten sind bekannt.

Kinderarmut ist ganz wesentlich auf die Armut von Kindern bei Alleinerziehenden zurückzuführen. Die Armutsrisikoquote von Alleinerziehendenhaushalten steigt seit vielen Jahren überdurchschnittlich an. Jede fünfte Familie in Deutschland besteht aus einem alleinerziehenden Elternteil mit Kind/ern.

Die Lösung ist bekannt.

Der Unterhaltsvorschuss ist ein wichtiges armutsreduzierendes Instrument, er trägt zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität und zur sozialen Teilhabe der betroffenen Familien bei. Die Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen hat ergeben, dass die Wirkung des Unterhaltsvorschusses zielgenau und präzise auf die Zielgruppe der Alleinerziehenden zugeschnitten und deshalb von hoher Effizienz ist.

Es fehlt die Tat.

Die bereits von allen – Bundesregierung und Ministerpräsidentenkonferenz - beschlossene Reform des Unterhaltsvorschusses mit der Anhebung der Altersgrenze auf 18 Jahre und der Abschaffung der Bezugsdauergrenze von 6 Jahren, muss jetzt umgesetzt werden.

Jedes zweite Kind in Armut lebt bei einem allein erziehenden Elternteil.

Die Hälfte der Kinder erhält gar keinen Unterhalt, nur jedes vierte Kind erhält den Unterhalt, der ihm zusteht. Ein zentraler Grund, weshalb so viele Alleinerziehende mit ihren Kindern in Armut leben, ist also, dass unterhaltspflichtige Elternteile nicht zahlen oder zahlen können.

„Nein, Schätzchen, Schwimmbad ist zu teuer“.

Die Kinder sind die Leidtragenden. Der Alltag armer Familien und ihrer Kinder ist immer geprägt von Verzicht und Mangel an Teilhabe. Jede zusätzliche Ausgabe führt zu großem Stress, egal ob die neue Hose kaputtgeht, für die Klassenkasse gesammelt wird oder das Kind ein Geschenk braucht, weil es zum Kindergeburtstag eingeladen ist. Einfach ein Eis essen gehen ist nicht drin, Freunde mal eben zum Abendessen dabehalten, auch nicht. Armutserfahrungen haben stark negative Auswirkungen auf Kinder, wenn sie über ein Drittel der Kindheit andauern. Eine Kindheit ist kurz. Zeit, zu handeln!

Bessere Perspektiven schaffen für die Kinder von Alleinerziehenden.

Alle Maßnahmen, die Familien helfen, den stigmatisierenden Hartz IV-Bezug zu vermeiden, müssen gestärkt werden. Der Unterhaltsvorschuss gehört dazu.

Der Ausbau des Unterhaltsvorschusses darf nicht verschoben und zerredet werden! Keinesfalls darf er an Bürokratie und Verwaltungsargumenten scheitern! Bund und Länder müssen den Kommunen dafür ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen! Die Leistung muss rückwirkend ab dem 01.01.2017 allen Kindern von Alleinerziehenden zu Gute kommen!

Hier geht zur Verbändeerklärung

Hier geht es zur Petition


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