Verein alleinerziehender Mütter und Väter - Landesverband NRW e.V.

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Holen Sie sich Beistand

Ein Kind hat Recht auf Unterhalt.

Zahlt der getrennt lebende Elternteil keinen Unterhalt, hilft das Jugendamt im Fachdienst Beistandschaft. Alleinerziehende können sich dort umfassend beraten und unterstützen lassen, um den Anspruch des Kindes durchzusetzen. Holen auch Sie sich Beistand, wenn Sie ihn brauchen! Wie die Beistandschaft arbeitet, sehen Sie in unserem Erklärvideo!

Hintergrund

In einer Paarfamilie betreuen und versorgen beide Elternteile ihr Kind gemeinsam. Nach einer Trennung oder Scheidung ändert sich an dieser Verpflichtung nichts – auch nicht für den Elternteil, bei dem das Kind nicht wohnt. Er leistet seinen Beitrag, indem er das Kind finanziell versorgt – und zwar in monatlichen Geldleistungen: dem Kindesunterhalt.

Der Unterhalt dient dazu, alltägliche Dinge für das Kind zu bezahlen wie Essen, Wohnen, Kleidung, Schulbedarf und Freizeitaktivitäten. Zahlt der getrennt lebende Elternteil keinen Unterhalt oder sind die Zahlungen zu niedrig oder unregelmäßig, fehlt ein wichtiger Teil des Haushaltseinkommens und dem Kind entstehen finanzielle Nachteile.

Die Zahlungssituation von Kindesunterhalt in Deutschland ist verheerend.

Etwa die Hälfte der Kinder von Alleinerziehenden bekommt gar keinen Kindesunterhalt. Ein weiteres Viertel erhält sporadische Zahlungen unterhalb des Mindestunterhalts.

Beistandschaft stärken

Der Fachdienst Beistandschaft bietet Alleinerziehenden kostenlose Unterstützung bei der Geltendmachung des Kindesunterhalts. Allerdings merken wir in unserer Beratungsarbeit immer wieder: Nicht alle Alleinerziehenden kennen dieses Angebot des Jugendamts.

In einer von uns in Kooperation mit dem Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter durchgeführten Umfrage unter Alleinerziehenden haben wir festgestellt:

  • 25% der Alleinerziehenden ohne Beistandschaft kannten diese nicht.
  • Weitere 11% wünschten keinen Kontakt zum Jugendamt.

Deshalb ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass Alleinerziehende von diesem Angebot erfahren und die Möglichkeit bekommen, sich Beistand zu holen, wenn sie ihn brauchen.

Gute Arbeit braucht gute Ressourcen

Gleichzeitig fordern wir auf der Grundlage unserer Ergebnisse aus der Befragung: Den Beiständen muss für ihre wichtige Arbeit der Rücken gestärkt werden.

Dies müsste geschehen durch:

  • deutliche personelle Aufstockung des Fachdienstes
  • systematische Einarbeitung und kontinuierliche Fortbildung - auch zu den "weichen" Themen wie Gesprächsführung und Konfliktmanagement
  • einheitliche Qualitätsstandards
  • wissenschaftliche Forschung zu den Themen "Woran liegt es, dass so wenig Kinder überhaupt Unterhalt bekommen?" und "Welche Methoden der Unterhaltsrealisierung sind am vielversprechensten?"

 

Kontakt: Nicola Berkhoff, berkhoff@vamv-nrw.de, Tel. 0201-82774-74.

 

Weitere Informationen rund um das Schwerpunktthema Beistandschaft im VAMV NRW finden Sie hier.

Weitere Informationen rund um Unterhalt finden Sie hier.

Wenn Sie gerne Alleinerziehende in Ihrer Nähe kennenlernen möchten, dann gucken Sie doch hier.


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Unsere Tipps zur Beistandschaft

>> Die regulären Unterhaltssätze decken bestimmte Kosten (Zahnspange, Nachhilfe …) nicht ab. Fragen Sie gezielt nach
Mehr- und Sonderbedarfen Ihres Kindes.

>> Wenn Sie sich außergerichtlich auf einen Unterhaltsbetrag einigen, lassen Sie den Betrag unbedingt beurkunden (titulieren). Nur dann können Sie sicher sein, dass Sie die Zahlungen im Notfall auch durchsetzen können, zum Beispiel durch eine Lohnpfändung.

>> Das Jugendamt darf eine von Ihnen beantragte Beistandschaft
nicht ablehnen oder von sich aus beenden, solange die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (Kind ist unter 18 Jahre und lebt im Inland).

>> Sie haben jederzeit das Recht, Auskunft über den Stand der
Dinge zu erhalten.

>> Die Beistandschaft endet automatisch, wenn Ihr Kind 18 Jahre alt wird. Das Jugendamt berät junge Volljährige aber weiterhin in Unterhaltssachen.

Direkt zu Ihrem Jugendamt

Wenn Sie einen Termin bei der Beistandschaft vereinbaren möchten, wenden Sie sich an das Jugendamt vor Ort. Die Kontaktdaten finden Sie hier.