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Vortrag: Ehegattensplitting – ein Auslaufmodell


Das Ehegattensplitting feiert 2018 seinen 60. Geburtstag. Der VAMV Aachen nahm dieses Jubiläum zum Anlass, um das Ehegattensplitting zum Thema einer Podiumsdiskussion zu machen. Der Ortsverband lud die Vorständin des VAMV NRW, Nicola Berkhoff, ein, die sich das Ehegattensplitting einmal genau angesehen hat. Der Titel ihres Vortrags: „Nur die Liebe zählt?“. 

Nicola Berkhoff warf zunächst einen historischen Blick auf das Ehegattensplitting. Denn nur wer versteht, aus welchem Zeitgeist dieses Gesetz entstanden ist, kann beurteilen, ob es heute noch gelten sollte oder nicht. Die Ausführungen zeigten deutlich, dass das Ehegattensplitting ist nicht eingeführt worden ist, um in irgendeiner Weise die Familie zu fördern, sondern tatsächlich um die Erwerbstätigkeit der Frau zu behindern. Ehepaare mit nur einem Einkommen (oder einem großen Einkommensunterschied) waren nun finanziell besser gestellt. Das Ziel dahinter war auch eine „besondere Anerkennung der Funktion der Ehefrau als Hausfrau und Mutter“, die nun für ihre Haus- und Carearbeit quasi be- oder entlohnt wurde – allerdings mit dem Makel, dass das Geld erst einmal auf dem Konto ihres Gatten ankam. Frauenverbände kritisierten schon im Gesetzgebungsprozess die sozial-, familien- und frauenpolitischen Auswirkungen. „Nutznießer des Splittings sind nämlich lediglich die wohlhabenden Ehemänner der Frauen ohne eigenes Einkommen und zwar besonders bei kinderloser Ehe“ Der Gesetzesentwurf werde als „partiell ehefreundlich aber familienfeindlich„ diskutiert. 

Das Ziel einer zeitgemäßen Förderung muss die Familienförderung statt der Eheförderung sein, so Nicola Berkhoff. Das Ehegattensplitting wirke sich negativ auf die Frauenerwerbstätigkeit aus und benachteiligt massiv Einelternfamilien. Und so ist es konsequent, dass der VAMV in dem Ehegattensplitting ein Auslaufmodell sieht, das 60 Jahre nach Inkrafttreten in den Ruhestand geschickt und endlich abgelöst gehört.