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Einstimmig: Systemwechsel in der Familienförderung gefordert


Die Mitgliederversammlung des VAMV NRW hat am 18.03.2018 einstimmig eine Resolution gegen das Ehegattensplitting verabschiedet. "60 Jahre sind genug" lautet der Titel des Papiers, in dem die Mitgliederversammlung eine gerechte Förderung für alle Familien fordert. Denn von dem Ehegattensplitting profitieren vor allem gut und sehr gut verdienende Ehepaare – unabhängig davon, ob Kinder in der Familie leben oder nicht

In einem spannenden Vortrag führte Vorstandsfrau Nicola Berkhoff auf, warum es das Ehegattensplitting überhaupt gibt und welche Gründe es für die Einführung des Steuermodells gegeben hat. Statt um Familienförderung ging es den Initiatoren nämlich darum, die Erwerbstätigkeit von Frauen zu bekämpfen. Nicola Berkhoff zitierte aus einer Denkschrift des Bundesfamilienministeriums (1955): "Bedauerlicherweise zielt die Entwicklung auf eine ständig anwachsende Beteiligung der Frau am Wirtschaftsleben hin. Diese familienpolitisch unerwünschte Entwicklung sollte steuerlich keinen Anreiz erhalten." Der sogenannte ""Edukationseffekt" des Ehegattensplittings, nämlich die Frauen ins Haus zurückzuführen, funktioniert seit 1958 sehr gut. Der Mikrozensus 2009 ergab, dass 74 Prozent aller verheirateten Paare dieses Modell leben: der Vater arbeitet Vollzeit, die Mutter Teilzeit. Das Risiko bei diesem Modell tragen vor allem die Frauen. Denn nach einer Trennung (37 Prozent der Ehen werden geschieden) muss die Frau mit geringeren Lohnersatzleistungen und einer geringen oder gänzlich fehlenden Altersvorsorge klarkommen.

Die Mitgliederversammlung des VAMV NRW verlangt deshalb einen Systemwechsel hin zu einer echten Familienförderung wie beispielsweise einer Kindergrundsicherung.