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Forderungen des VAMV NRW

Die Lebensrealität von Familien hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Für den „Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV)“ umfasst der Begriff „Familie“ jede Form des Zusammenlebens von Erwachsenen mit Kindern.

Die offizielle Familienpolitik orientiert sich dagegen weiterhin an einem Leitbild, das die gesellschaftichen Veränderungen nicht berücksichtigt. Unter dem Schutz der staatlichen Ordnung hat nicht die Familie den Vorrang, sondern immer noch die Institution Ehe – zum Nachteil all derer, die sich für andere Lebensformen entschieden haben oder sich darin wieder finden.

Eltern obliegt die Verantwortung zur Erziehung der Kinder; sie ist gleichermaßen eine gesellschaftlich notwendige Leistung. In der Wahrnehmung ihrer Erziehungsverantwortung werden Eltern von Staat und Gesellschaft  unterschiedlich und nicht hinreichend gefördert und unterstützt. Dies führt zu einem Ungleichgewicht zu Lasten von Familien. Diese generelle Benachteiligung konkretisiert sich besonders deutlich in der Lebenslage von Einelternfamilien. Sie ist auch Ausdruck und Folge der Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft.

Der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) setzt sich seit seiner Gründung im Jahre 1967 als politischer Interessenverband für die Belange von allen in Deutschland lebenden Einelternfamilien ein. Vieles ist seitdem erreicht worden: die Reform des nicht-ehelichen Rechts; die rechtliche Gleichstellung Familienpolitische Forderungenvon Kindern miteinander und nicht miteinander verheirateter Eltern, die Einrichtung von Unterhaltsvorschusskassen für Kinder, die Anerkennung der Erziehungsleistung in der Rentenberechnung, die Abschaffung der Amtspflegschaft – um nur einige Beispiele zu nennen, in denen mit Unterstützung aus Gesellschaft und Politik Veränderungen möglich wurden. Dennoch gibt es nach wie vor Benachteiligungen von Familien in vielen Lebensbereichen.

  • Wer in häuslicher Gemeinschaft Kinder erzieht oder pflegebedürftige Personen betreut, ist durch die staatliche Ordnung zuschützen und in besonderem Maße zu fördern. Daher fordern wir eine entsprechende Änderung des Art. 6 des Grundgesetzes.
  • Unsere familienpolitischen und familienrechtlichen Forderungen orientieren sich daran, dass Lasten und Einschränkungen, die durch die Erziehung von Kindern oder die Betreuung von Pflegebedürftigen entstehen, durch Staat und Gesellschaft auszugleichen sind. Mittelbare oder unmittelbare Vergünstigungen, die aus dem Status „Ehe“ resultieren, sind ersatzlos zu streichen.
  • Familienpolitik ist eine Querschnittsaufgabe, die bundeseinheitlich umzusetzen ist. Alles staatliche Handeln muss auf Familienverträglichkeit ausgerichtet sein und überprüft werden.
  • Familien müssen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Dem Staat obliegt die Aufgabe, ihnen diese Möglichkeit zu verschaffen. Soziale Gerechtigkeit ist dafür eine Vorbedingung.
  • Der gewaltfreie Umgang zwischen Männern, Frauen und Kindern ist sowohl im privaten Miteinander, als auch durch die Gesetzgebung und die sozialen Rahmenbedingungen zu fördern.
  • Für alle Kinder müssen dieselben Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft geschaffen werden.
  • Die familienpolitischen Errungenschaften und die weitergehenden Forderungen müssen auch im Rahmen des europäischen Einigungsprozesses und der europäischen Gesetzgebung Bestand haben.
Download ausführliches Grundsatzprogramm VAMV