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Kindergelderhöhung um 10 Euro: Der Trend geht zum Halbschuh


Berlin, 29. Oktober 2008

Für zehn Euro mehr Kindergeld können Eltern für ihre Kinder einen halben Schuh kaufen. Wenn sie vier Monate sparen, kämen sie auf ein Paar Schuhe, bis dahin ist der Herbst vorbei. Dann müssen Winterstiefel gekauft werden und die sind teurer. Eltern geben durchschnittlich 550 Euro pro Monat für ihr Kind aus. Das Kindergeld soll ab 2009 voraussichtlich 164 Euro hoch sein. Den Löwenanteil der Aufwendungen für Kinder tragen damit nach wie vor die Mütter und Väter.

Edith Schwab, Bundesvorsitzende des VAMV findet es "befremdlich, dass über eine Erhöhung des Kindergeldes um nur 10 Euro diskutiert wird. Obwohl die steuerliche Freistellung des Existenzminimums verfassungsrechtlich garantiert
ist, sind wir doch längst über die Illusion hinaus, dass das Kindergeld in seiner derzeitigen Ausgestaltung Armut verhindert."

Ein Großteil der zwei Millionen Kinder in armen Haushalten profitiert nur eingeschränkt oder gar nicht: Eine Erhöhung des Kindergeldes kommt bei Kindern, die Unterhaltsvorschuss beziehen, nicht an: das sind 500.000 Kinder. Für die 1,8 Millionen Kinder im Sozialgeldbezug verbessert sich nichts, denn das Kindergeld wird voll auf den Regelsatz angerechnet. Hinzu kommen die Kinder, die Unterhalt bekommen: sie müssen auf 5 Euro verzichten, da das Kindergeld hälftig auf den Unterhalt angerechnet wird.

"Es gibt die große Lösung: eine Kindergrundsicherung. Dass die Politik sich mit diesen Kleinigkeiten aufhält ist, als wenn ein riesiger Elefant im Zimmer stünde, die Anwesenden jedoch über Mücken diskutierten", so die Bundesvorsitzende. Der VAMV fordert eine Kindergrundsicherung von mindestens 450 Euro.