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Totalausfall der Kinderbetreuung bringt System aus den Fugen


Essen, 17.09.2020 Der Verband allein erziehender Mütter und Väter Landesverband NRW (VAMV NRW) hat einen Lagebericht zur Situation von Alleinerziehenden in der Corona-Krise veröffentlicht. Das Fazit: Die Corona-Krise mit ihren finanziellen und sozialen Auswirkungen trifft Alleinerziehende in besonderem Maße. „Die Krise hat bestehende Ungleichheiten verschärft“, sagt Nicola Stroop, Vorstand des VAMV NRW. „Für viele Alleinerziehende ist das System aus den Fugen geraten.“

Das zentrale Thema in dem Lagebericht ist der Totalausfall der Kinderbetreuung und dessen Folgen für Alleinerziehende. „Schließungen von Schulen und Kindertageseinrichtungen müssen strukturell kompensiert werden, entweder durch einen gesetzlichen Anspruch auf Notbetreuung oder durch finanzielle Ausgleichszahlungen wie ein Corona-Elterngeld“, sagt Nicola Stroop vom VAMV NRW. Elementare Säulen der Familienpolitik wie die Kinderbetreuung dürfen nicht einfach weggenommen und deren Aufgaben ins Private verschoben werden, lautet deshalb eine Forderung des VAMV NRW.

Der Lagebericht des VAMV NRW veranschaulicht, warum die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie Alleinerziehende ungleich härter getroffen haben. Eine wichtige Quelle dafür waren die mehr als 1000 Anrufe bei der Corona Krisenhotline, die der VAMV NRW mit Unterstützung des NRW-Familienministeriums im April ins Leben gerufen hat. Alleinerziehende erhielten dort Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen, finanziellen Hilfen und eine psycho-soziale Beratung. „Wir fordern seit langem eine Anlaufstelle für Alleinerziehende, die deren spezifische Lebenssituation kennt, ihre Anliegen ernst nimmt, Informationen vermittelt und Bedarfe ermittelt“, so Nicola Stroop. „Die Krise hat deutlich gezeigt, dass ein solches Angebot notwendig ist und in Anspruch genommen wird.“

Download Lagebericht Alleinerziehende in der Corona-Krise

Aktuelle Stunde im NRW-Landtag

Die Corona-Krise hat das Armutsrisiko für Alleinerziehende noch weiter erhöht. Eine Entwicklung, die auch die SPD-Fraktion im NRW-Landtag in einer Aktuellen Stunde zum Thema gemacht hat. Am Freitag,18.09. diskutieren die Abgeordneten den SPD-Antrag „Kluft zwischen Arm und Reich in NRW wächst dramatisch!“