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Es fehlen gute Lösungen für Familien

Mit Ankündigung des zweiten Lockdowns, dem eingeschränkten Pandemiebetrieb in der Kindertagesbetreuung und Aufhebung der Präsenzpflicht in den Schulen rollen erneut riesige Herausforderungen auf Familien zu. Insbesondere Alleinerziehende fühlen sich alleingelassen. Die angekündigten zusätzlichen Kinderkrankentage sind keine Entlastung, solange es keine Rechtsgrundlage dafür gibt. So bleibt erwerbstätigen Eltern am Montag die Wahl zwischen einer unbezahlten Freistellung, damit sie ihre Kinder zuhause betreuen können, oder ihre Kinder in die Notbetreuung zu geben. Damit hätte die Politik aber genau das Gegenteil von dem erreicht, um was sie alle Eltern bitten: nämlich die Kinder zu  Hause zu behalten.

Mit hoher Schlagzahl informieren wir die Presse über die Situation der Alleinerziehenden und deren besonderen Herausforderungen. Die strenge 1+1 Regel (ein Haushalt + eine Person) der Corona-Schutzverordnung hatte für Trennungsfamilien eine besondere Härte. Trennungsfamilien mit mehreren Kindern hätten demnach den Umgang mit dem getrennt lebenden Elternteil nicht wie gewohnt leben können. Hier hat das NRW-Gesundheitsministerium schnell reagiert und Ausnahmen formuliert.

Neben der intensiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sind wir in einem ständigen Austausch mit der Politik. Wir informieren über die Lebenswirklichkeit der Alleinerziehenden, die oft nicht zu den am Reißbrett entwickelten Gesetze und Verordnungen passen und tauschen uns aus über bessere Lösungen und Angebote.

Pressemeldung: Gute Lösungen für Familien fehlen

Heute müssen sich erwerbstätige Eltern entscheiden: Sollen sie am Montag Zuhause bleiben und ihre Kinder betreuen oder zur Arbeit gehen und das Kind in die Notbetreuung geben. "Die Politik hat es nicht geschafft, für die angekündigten Kinderkrankentage eine verlässliche Rechtsgrundlage und damit einen finanziellen Ausgleich für den Lohnausfall zu schaffen", kritisiert Nicola Stroop vom VAMV NRW. "Die Folge wird sein, dass sehr viele Eltern – vor allem erwerbstätige Alleinerziehende – ihre Kinder in die Notbetreuung geben." Die Politik hat damit das Gegenteil von dem erreicht, was sie empfehlen: nämlich neue Kontaktgruppen zu verhindern, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

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Umgang: Ausnahme bei den Kontaktbeschränkungen

Das Land NRW hat die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Schutzverordnung aktualisiert. Es gibt nun Ausnahmen, die von der strengen 1+1 Regel (ein Haushalt + eine weitere Person) gemacht werden, davon ist auch der Umgang in Trennungsfamilien betroffen.  Die eigenen Kinder dürfen demnach zum Treffen mit einem anderen Haushalt mitgenommen werden.

Pressemeldung: Stresspegel am Anschlag

Die angekündigte Umstellung auf Distanzunterricht in den Schulen und der eingeschränkte Pandemiebetrieb in der NRW-Kindertagesbetreuung stellt vor allem erwerbstätige Alleinerziehende vor Probleme, ihre Arbeit und die Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Eine Lösung könnten die angekündigten zusätzlichen Kinderkrankentage sein. Sie sollen auch bei Schul- und Kitaschließungen ermöglichen, dass erwerbstätige Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen können.

Sonne, Mond und Sterne in ZDF-Dokumentation über Kinderarmut

Obwohl die Sozialausgaben in Deutschland jedes Jahr kontinuierlich steigen, scheint wirkliche Hilfe bei den Bedürftigen nicht anzukommen. Fördert die Politik an den richtigen Stellen, oder versagt der Staat bei der Bekämpfung von Kinderarmut? In der Dokumentation "Ausgegrenzt und abgehängt – Kinderarmut in Deutschland" sucht ZDFinfo nach Antworten und berichtet auch über unser Angebot Sonne, Mond und Sterne – ergänzende Kinderbetreuung. Unser Vorstand Antje Beierling sagt: "JEder Euro, den wir in die Ausbildung der alleinerziehenden Mütter investieren, erhält die Gesellschaft sechsfach zurück".

Hier geht es zu der Dokumentation in der ZDF-Mediathek