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Retraditionalisierung von Geschlechterrollen entgegenwirken


Frauen spielen in der aktuellen Corona-Krise eine entscheidende Rolle. Was sie leisten, ist unverzichtbar für die ganze Gesellschaft. Die Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen haben dazu den Antrag „Retraditionalisierung von Geschlechterrollen entgegenwirken. Rollback verhindern-Frauen stärken“ in den NRW-Landtag eingebracht. Um in der Diskussion die Perspektive der Alleinerziehenden zu verstehen, haben die Grünen unsere Fachreferentin Anja Stahl zu an einem fachlichen Austausch eingeladen. Josefine Paul, Grünen-Sprecherin für Kinder- und Familie im Landtag, hat den Austausch mit dem VAMV NRW als Interessensvertretung der Alleinerziehenden gesucht, um eine Krisenpolitik zu entwickeln, die Frauen in den Konjunkturpaketen berücksichtigt.

"In der aktuellen Corona-Krise spielen Frauen eine entscheidende Rolle und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft", heißt es in dem Antrag. "Viel ist in den letzten Wochen über die Rolle von Frauen in der Corona-Krise geschrieben und diskutiert worden. Die als systemrelevant bezeichneten Berufe werden zu über 70% von Frauen ausgeübt. Darüber hinaus leisten Frauen einen Großteil der unbezahlten Care-Arbeit im Bereich der Familienarbeit. Erste Erfahrungen legen nahe, dass sich ihr Anteil an der unbezahlten Care-Arbeit in der aktuellen Krise durch den Wegfall von Betreuungsinfrastruktur noch einmal erhöht hat. Dies schlägt sich aber nicht in politischen Entscheidungen nieder. Obwohl Frauen in der Krise die Hauptlast tragen, wurden insbesondere die Bedürfnisse von Müttern und ihren Kindern zunächst komplett ignoriert. Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens hat auch spezifische Auswirkungen auf Frauen. Insbesondere die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die existenzsichernde Erwerbstätigkeit von Frauen und die partnerschaftliche Aufteilung von Sorgearbeit drohen um Jahrzehnte zurückgeworfen zu werden, weil Sorgearbeit von heute auf morgen in die private Verantwortung verschoben wurde." Die Grünen kritisieren, dass " viele Maßnahmen zur akuten Krisenbewältigung bei Frauen nicht" ankommen. So ergebe sich vor allem für verheiratete Frauen eine Benachteiligung beim Kurzarbeitergeld, weil dieses nach dem Netto-Gehalt berechnet werde, viele Frauen aber in der für sie ungünstigeren Steuerklasse V seien. Im Rahmen des Ehegattensplittings ergebe sich für die Steuerklasse V hohe Abzüge beim Nettolohn und daraus resultierende Nachteile bei Lohnersatzleistungen. Die aktuellen Tendenzen in Richtung Retraditionalisierung der Geschlechterverhältnisse stellten gleichstellungspolitische Errungenschaften der letzten Jahrzehnte infrages, so die Grünen. Wenn dem nicht entgegen gesteuert werde, würden Frauen als die Verliererinnen aus der Krise hervorgehen.