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Quarantäne mit Kind – Brief an NRW-Gesundheitsminister Laumann


Wir fordern NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in einem Brief auf, die offenen Fragen zur Quarantäne zu klären. Über die Corona Krisenhotline für Alleinerziehende erreichen uns aktuell viele Rückfragen dazu. „Wir befürworten die Maßnahmen, die die Pandemie eindämmen sollen“, sagt unser Vorstand Nicola Stroop. „Doch Alleinerziehende können sich die Erwerbs- und Sorgearbeit in sehr vielen Fällen mit niemandem teilen. Sie brauchen dringend Antworten, wie sie und ihre Kinder im Falle einer Quarantäne abgesichert und betreut sind.“

Wer übernimmt die Versorgung der Kinder, wenn der allein erziehende Elternteil selbst in Quarantäne sein muss, beispielsweise, weil die Mutter Erzieherin ist und ein Kind in ihrer Gruppe positiv getestet wurde. Wer bringt das eigene Kind zur Schule? Wie soll ein Kontakt zu den eigenen – womöglich noch kleinen Kindern – innerhalb der Wohnung vermieden werden? Wer soll das Essen für die Kinder zubereiten? Wer bringt sie ins Bett? Auch ist nicht klar, wer den Verdienstausfall eines allein erziehenden Elternteils kompensiert, wenn dieser nicht arbeiten kann, weil eines seiner Kinder in Quarantäne ist und deswegen nicht in die Schule/Kita gehen kann.

Wir fordern landesweit einheitliche Antworten auf die Fragen,  um nicht wieder vor einem Flickenteppich zu stehen mit unterschiedlichen Lösungen je nach Kommune oder Träger. Viele Alleinerziehende haben ihren Urlaub bereits aufgebraucht und/oder zahlreiche Minusstunden aufgebaut haben, so dass weitere Fehlzeiten nicht mehr über Arbeitszeitkonten abgefangen werden können. Hier braucht es eine finanzielle Lösung. Diese muss auch gelten, wenn einzelne Gruppen ohne behördliche Quarantäne-Anordnung „nach Hause geschickt werden“.

Alleinerziehend – alleingelassen?

Nicht wenige Alleinerziehende denken auch darüber nach, was passiert, wenn sie selber tatsächlich –  womöglich mit schwereren Symptomen – erkranken. Wer kümmert sich in dieser Zeit um die Kinder? Was passiert, wenn sie sogar ins Krankenhaus müssen? Wohin gehen die Kinder? Diese Fragen lösen eine immense Verunsicherung bei den allein erziehenden Elternteilen aus und müssen dringend geklärt werden. Wir fordern in unserem Brief an NRW-Gesundheitsminister Laumann deshalb, dass entsprechende Kapazitäten in der Notfallbetreuung geschaffen werden müssen, damit sie im Falle eines Falles schnell zur Verfügung stehen.