Newsletter VAMV NRW

#falschesSignal Kinderbonus – VAMV schickt Familienministerium offene Fragen

Am 29.06. haben Bundestag und Bundesrat das Corona-Konjunkturpaket II verabschiedet. Teil dieses Gesetzes war der so genannte Kinderbonus. Trotz lauter Proteste des VAMV und vieler Alleinerziehenden sowie einer Stellungnahme des VAMV im Finanzausschuss des Bundestages, blieb es dabei, dass der Kinderbonus in Höhe von 300 Euro an den Unterhalt angerechnet wird. Im Bericht des Finanzausschusses heißt es dazu auf S. 28: "Die Koalitionsfraktionen hätten im Verlauf der Gesetzesberatungen den Gesetzentwurf weiter verbessern können. (...) Man habe intensiv darüber diskutiert, ob der Kinderbonus bei getrennt lebenden Eltern ausschließlich in demjenigen Haushalt ankommen sollte, in dem das Kind lebe. Dies hätte man gerne gesehen. Doch wegen Bedenken des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Bezug auf die Gleichbehandlung habe man von einer entsprechenden Regelung abgesehen."

Alleinerziehende haben in der Corona-Krise die doppelte Last getragen. Mit den geplanten Kinderbonus erhalten sie aber nur die halbe Anerkennung. "Das ist das falsche Signal", kritisiert unser Vorstand Nicola Stroop. "Damit kommt die Hälfte des Kinderbonus nicht in dem Haushalt an, der den größten Teil der Mehrausgaben stemmen musste." Durch die Verrechnung des Unterhalts mit dem Kinderbonus ist dieser nicht nur ungerecht, sondern auch bürokratisch. In vielen Fällen fließt der Kindesunterhalt nicht problemlos. Es gibt Unterhaltstitel, teilweise sogar Pfändungen, die Jugendämter sind beteiligt, usw. Uns haben zahlreiche Fragen erreicht, welche Regelung in diesen Fällen greift und was nun zu tun ist. Der VAMV leitet diese Fragen an das Bundesfamilienministerium weiter mit der Bitte um Klärung. Über die Ergebnisse werden wir informieren.

Podcast: Vielfältig – gibt es noch die Normfamilie?

Unser Vorstand, Nicola Stroop, war Premierengast des neuen Podcasts "Vielfalt, Vereinbarkeit, Verantwortung, Vision". Sie spricht mit Michaela Herbertz-Floßdorf über die Geschichte des Verbands allein erziehender Mütter und Väter über die Definition des Alleinerziehendseins sowie über politische und gesellschaftliche Herausforderungen, die es noch zu lösen gilt. Eine spannende Frage, der die Gesprächspartnerinnen auf den Grund gehen: "Gibt es noch die Normfamilie? Und warum richten sich Erwartungen und Gesetze immer noch an dem klassischen Bild Vater-Mutter-Kind aus?"

Michaela Herbertz-Floßdorf von der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW geht in ihrem Podcast dem Thema "Vielfalt" auf die Spur. Sie stellt Fragen zur Vereinbarkeit und Verantwortung und entwickelt mit ihren Gästen Visionen für eine vielfältige Zukunft.

Hier geht es zum Podcast

Webtalk Friedrich Ebert Stiftung: Alleinerziehende in der Corona-Krise

Die Friedrich Ebert Stiftung hat in einem Webtalk bei unserem Vorstand Nicola Stroop nachgefragt, wie sich die Corona-Krise auf Alleinerziehende auswirkt. "Es ist keine gute Zeit für Alleinerziehende", konstatiert Nicola Stroop und führt auf, wo es hakt: beginnend mit der bedarfsgerechten Kinderbetreuung über falsch konstruierte staatliche  Leistungen wie den Kinderbonus und fehlenden aber notwendigen Infrastrukturen wie einer Anlaufstelle für Alleinerziehende.

Hier geht es zu der Zusammenfassung des Webtalks und dem Podcast

 

Entschädigung bei fehlender Kinderbetreuung auch bei eingeschränktem Regelbetrieb möglich

Seit 30. März können Arbeitgeber und Selbstständige unter bestimmten Bedingungen eine Entschädigung erhalten, wenn Arbeitnehmer*innen aufgrund behördlich geschlossener Schulen und Kitas nicht arbeiten können. Bisher herrschte noch Unsicherheit, ob diese Regelung auch im eingeschränkten Regelbetrieb in den Kitas greift, der seit 8. Juni gilt. Dies hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen nun klargestellt und die Landesjugendämter angewiesen, die Entschädigung auch für stundenweise Ausfälle zu bezahlen. Die Anträge können rückwirkend zum 30. März bei den Landschaftsverbänden gestellt werden:

- Informationen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL)

- Informationen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR)

 

Corona Krisenhotline für Alleinerziehende geht in die Verlängerung

Das NRW-Familienministerium hat die Unterstützung für unsere Corona-Krisenhotline bis zum 30.09.2020 verlängert. Drei weitere Monate erhalten Alleinerziehende unter 0201.82774-799 bei uns eine psycho-soziale Beratung durch qualifizierte Ansprechpartnerinnen. Sie hören den Alleinerziehenden zu, nehmen ihre Sorgen und Anliegen auf und loten Handlungsoptionen aus. Die vom NRW-Fanmilienministerium geförderte telefonische Corona-Krisenhotline ist für Alleinerziehende da, die ihre Fragen und Sorgen rund um Existenzsicherung, Kinderbetreuung und familiären Entscheidungen alleine treffen müssen und im Rahmen der Corona-Krise Hilfe benötigen oder Antworten suchen.