Newsletter VAMV NRW

Kinderkrankentage bei Kita- und Schulschließungen

Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass gesetzlich versicherte Alleinerziehende im Jahr 2021 pro Kind 40 statt 20 Tage Kinderkrankengeld beantragen können, maximal bei mehreren Kindern auf 90 Tage. Was ist jetzt zu tun?

1. Wer die Kinderkrankentage zur Betreuung seines/r Kinder/s einsetzen möchte, wendet sich als erstes an seine Krankenkasse. Einige Kassen haben Online-Formulare auf ihren Websites hinterlegt, bei anderen Krankenkassen reicht ein formloses Schreiben.

2. Parallel sollte der Arbeitgeber informiert werden, dass Kinderkrankentage in Anspruch genommen werden.

3. Der ausgefüllten Antrag wird bei der Krankenkasse abgegeben. Eine Kopie des Antrags geht an den Arbeitgeber.

Auch Selbständige und Privatversicherte haben nun Anspruch auf eine Verdienstausfallentshädigung.

Umfrage: Wie organisieren Alleinerziehende Berufstätigkeit und Kinderbetreuung?

Wie bekommen Alleinerziehende Berufstätigkeit und Kinderbetreuung unter einen Hut? Diese Fragen haben wir den Mitgliedern unserer Facebook-Gruppe "Alleinerziehenden-Treffs in NRW" gestellt, bevor die Bundesregierung die Ausweitung der Kinderkrankentage angekündigt hat. Die Rückmeldungen von 218 Teilnehmenden haben wir ausgewertet. Das Ergebnis: 48,8 Prozent der teilnehmenden Alleinerziehenden gab an, dass ihre Kinder die Notbetreuung in der Schule nutzen oder in der Kita sind. Ein Viertel (25,6 Prozent) stemmt die Doppelbelastung aus Home Office und Kinderbetreuung. Elf Prozent der Teilnehmenden gab an, dass sie ihre Kinder mit den Aufgaben des Home Schooligs allein zuhause lassen. 7,9 Prozent gaben an, dass eine Kombination aus den vorherigen Lösungen praktiziert wird. 6,5 Prozent wählten sonstige Lösungen, sie nahmen Urlaub, zogen die Großeltern für die Kinderbetreuung hinzu oder nutzten den normalen Kinderkrankenschein.

Unbefristet: Höhere Steuerentlastung für Alleinerziehende

Gute Nachrichten für Alleinerziehende: Der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende liegt nun dauerhaft bei 4.008 Euro. Das ist eine Verdoppelung der bisherigen Höhe von 1.908 Euro. Im Rahmen des Konjunkturpaketes wurde vorübergehend für die Jahre 2020 und 2021 die Erhöhung auf 4.008 Euro beschlossen, um die Mehrbelastung von Alleinerziehenden in der Corona-Krise aufzufangen.

NRW-Landtag: Stellungnahme Re-Traditionalisierung von Geschlechterrollen

Der Ausschusses für Gleichstellung und Frauen im NRW-Landtag beschäftigt sich am Donnerstag mit dem Antrag der Grünen "Retraditionalisierung von Geschlechterrollen entgegenwirken. Rollback verhindern – Frauen Stärken." Der VAMV NRW ist der Einladug gefolgt, zu dem Antrag Stellung zu beziehen.

NRW-Landtag: Stellungnahme in Enquetekommission Einsamkeit

Die Enquetekommission „Einsamkeit“ – Bekämpfung sozialer Isolation in Nordrhein-Westfalen und der daraus resultierenden physischen und psychischen Folgen auf die Gesundheit“ im NRW-Landtag hat am Freitag, den 15. Januar 2021 eine Expertenanhörung zum Thema "Veränderte Rahmenbedingungen für Lebensformen" durchgeführt. Der VAMV NRW war als Experte geladen und hat eine Stellungnahme eingereicht.

Alltagsheld:innen: Stiftung für die Rechte von Alleinerziehenden

Mit Alltagsheld:innen gibt es die erste bundesweit tätige Stiftung für Alleinerziehende. Wir gratulieren herzlich zu der Gründung und zu dem stattlichen Startkapital von 1.2 Millionen Euro. Die Alltagsheld:innen füllen eine Lücke und es ist wichtig, dass diese endlich geschlossen wird. Der VAMV NRW wünscht alles Gute und freut sich auf den zukünftigen intensiven Austasch.

Zum Tod vom Essener Jugendamtleiter Ulrich Engelen

Der Tod von Jugendamtsleiter Ulrich Engelen erfüllt uns mit großer Trauer und Entsetzen. Der VAMV NRW hat in all seinen Arbeitsbereichen viele Jahre eng und vertrauensvoll mit Ulrich Engelen zusammengearbeitet. Seine konstruktive und auf die Situation von Kindern und Familien konzentrierte Arbeitsweise wird uns in Erinnerung sein. Ob in der Kindertagespflege, bei der Notfallbetreuung oder der ergänzenden Kinderbetreuung – Ulrich Engelen hatte stets die Lebensbedingungen von Kindern im Blick und stand einer Weiterentwicklung unserer bestehenden Angebote immer wohlwollend gegenüber. Sein Credo war: Geht es den Eltern gut, geht es auch den Kindern gut. Gemeinsam konnten wir so unter anderem alleinerziehenden Müttern durch den Einsatz von Kinderfeen eine Berufsausbildung ermöglichen oder Familien in Notlagen mit Notmüttern und Notvätern helfen. Wir werden ihn vermissen.