Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.

Verband allein erziehender Mütter und Väter
Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

So sprichst du ruhig und kindgerecht mit deinem Kind über die Trennung

Du musst nicht die perfekten Worte finden – aber du kannst deinem Kind Sicherheit geben, auch wenn bei dir gerade alles wackelt. In diesem Artikel erfährst du, wie du das Trennungsgespräch gut vorbereitest und was dein Kind wirklich wissen muss.

Alles Wichtige auf einen Blick

  • Sprich erst, wenn die Entscheidung steht und ihr den groben Plan kennt.
  • Sag klar: Du bist nicht schuld und wir bleiben beide deine Eltern.
  • Bleib bei einfachen Worten und konkreten Infos zum Alltag.
  • Keine Vorwürfe, keine Details zu Streit, Geld oder neuen Beziehungen.

Deine nächsten Schritte

  • Notiere dir drei sichere Sätze und drei konkrete Infos zum Alltag (wohnen, Umgang, Schule/Kita).
  • Führe das Gespräch in Ruhe und wiederhole es bei Bedarf – Fragen sind okay.
  • Hol dir Unterstützung, wenn es festhängt: Nutze den Hilfe-Finder für NRW.

Wann ist ein guter Zeitpunkt?

Wenn die Entscheidung steht und ihr grob wisst, wie es weitergeht (wohnen, Betreuung). Nicht zwischen Tür und Angel. Such dir einen ruhigen Moment, ohne Zeitdruck.

So bereitest du dich vor

 

Überleg dir drei Sätze, die du sicher sagen kannst. Klär vorher, was ihr dem Kind konkret zusagen könnt. Wenn du sehr aufgewühlt bist: erst atmen, dann sprechen. Das geht vielen so – das ist okay.

Was Kinder unbedingt wissen sollten

 
  • Ihr trennt euch als Paar, und bleibt trotzdem Eltern.
  • Das Kind ist nicht schuld.
  • Was bleibt: Liebe, Alltag, Bezugspersonen.
  • Was sich ändert: wo wer wohnt, wann ihr euch seht.

Das kannst du sagen, wenn dein Kind fragt

„Wir wohnen nicht mehr zusammen. Du bist uns beiden wichtig. Wir kümmern uns weiter um dich. Du darfst alles fragen.“

Was du besser nicht sagst

 

Keine Schuldzuweisungen. Keine Details zu Streit, Geld oder neuen Beziehungen. Kein „Du musst jetzt stark sein“. Kein Druck.

Je nach Alter anders sprechen

Kleine Kinder brauchen kurze Sätze und Wiederholung. Schulkinder wollen Ablauf und Sicherheit. Teenager brauchen Respekt, Ehrlichkeit und Mitsprachmöglichkeiten im Alltag.

Wenn es schwierig wird

Wenn dein Kind stark klammert, wütend wird oder sich zurückzieht: nimm das ernst. Beratung kann helfen, Worte zu finden und stabile Absprachen zu entwickeln. Über den Hilfe-Finder für NRW findest du passende Beratungsstellen NRW-weit, ohne langes Suchen.

Wenn ihr es ruhig und respektvoll schafft: ja, das kann Sicherheit geben. Wenn das Gespräch kippt oder es viel Streit gibt: lieber getrennt sprechen – Hauptsache klar, kindgerecht und ohne Vorwürfe.

Sag, was schon feststeht. Wenn noch nichts sicher ist: „Wir klären das gerade. Du wirst nicht allein gelassen. Wir sagen dir sofort Bescheid, sobald es entschieden ist.“

Oft. Viele Kinder fragen immer wieder nach, weil sie Sicherheit suchen. Wiederholung ist kein Rückschritt, sondern hilft beim Verarbeiten.

Bleib da, hör zu, benenne das Gefühl: „Ich sehe, das macht dich traurig/wütend.“ Du musst es nicht sofort lösen. Wichtig ist: Nähe, Ruhe, verlässliche nächste Schritte im Alltag.

Wenn Gespräche eskalieren, dein Kind starke Veränderungen zeigt (Schlaf, Essen, Rückzug, Aggression) oder du selbst kaum noch Kraft hast. Beratung hilft beim Sortieren und bei kindgerechten Lösungen.

Mehr Trennungsthemen

Mehr zu unserer Arbeit