Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.

Verband allein erziehender Mütter und Väter
Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Trennung mit Kind: Rechtliche Fragen früh klären

Wenn ihr euch trennt, fühlt sich vieles unsicher an – vor allem, wenn Kinder betroffen sind. In diesem Artikel erfährst du, welche rechtlichen Fragen du früh sortieren kannst und welche nächsten Schritte dir schnell Entlastung geben.

Alles Wichtige auf einen Blick

  • Durch Trennung ändert sich am Sorgerecht erstmal nichts
  • Umgang braucht klare, kindgerechte Absprachen, die im Alltag funktionieren
  • Unterhalt früh klären; wenn er ausbleibt, kann Unterhaltsvorschuss helfen
  • Bei wenig Geld lohnt ein früher Check von Kinderzuschlag, Wohngeld und Bürgergeld (SGB II)

Deine nächsten Schritte

  • Schreib die offenen Punkte auf: Sorgerecht, Umgang, Unterhalt, Geldlage, Sicherheit
  • Sammle Unterlagen: Kindergeld, Einkommen, Mietkosten, bisherige Absprachen
  • Hol dir Beratung, wenn es unklar oder belastend wird – für Struktur, Schutz und nächste Schritte

Überblick: Warum frühe Klärung entlastet

Am Anfang ist oft alles gleichzeitig: Sorgen ums Kind, viele Gespräche, manchmal auch Streit und Gelddruck. Das geht vielen so. Du bist damit nicht allein. Wenn du die wichtigsten Punkte früh klärst, bekommst du mehr Halt – und dein Kind mehr Ruhe.

Schutz ist wichtig: wenn du Angst hast oder Gewalt im Raum steht

Wenn du dich bedroht fühlst oder Gewalt eine Rolle spielt: Hol dir früh Hilfe. Sicherheit für dich und dein Kind geht vor. Beratungsstellen können mit dir klären, welche Schutzmöglichkeiten und nächsten Schritte realistisch sind.

Sorgerecht: ändert sich durch Trennung erstmal nicht

Durch eine Trennung ändert sich am Sorgerecht zunächst nichts. Habt ihr die gemeinsame Sorge, dann bleibt es auch erstmal so, wie es vorher war. Gemeinsames Sorgerecht heißt: Beide Eltern entscheiden zusammen z.B. über Schule, Arzt, Kinderkonto, etc. Wenn es hakt, hilft oft eine gemeinsame Beratung in einer Beratungsstelle.

Umgangsrecht: verlässlich, kindgerecht, machbar

Umgang bedeutet: Wann und wie sieht dein Kind den anderen Elternteil. Am besten ist ein Plan, der zum Kind passt und im Alltag funktioniert.
  • Zeiten notieren (Wochentage, Ferien, Feiertage)
  • Abholen/Bringen festlegen
  • Plan B bei Krankheit/Schichtdienst

Das kannst du sagen, wenn es chaotisch wird: „Für unser Kind ist ein fester Plan wichtig. Lass uns das schriftlich festhalten.“

Unterhalt und Überbrückungsleistung

Lebst du mit dem anderen Elternteil nicht mehr in derselben Wohnung, hat dein Kind Anspruch auf Kindesunterhalt. Oft orientieren sich Eltern an der Düsseldorfer Tabelle. Der Zahlbetrag für den Mindestunterhalt beträgt 2026 je nach Alter des Kindes

  • 0-5 Jahre: 476 Euro
  • 6-11 Jahre 558 Euro
  • 12-17 Jahre 653 Euro

Wenn (noch) kein oder unregelmäßig Unterhalt kommt, kann Unterhaltsvorschuss helfen:

  • 0–5 Jahre 227 Euro
  • 6–11 Jahre 299 Euro
  • 12–17  Jahre 394 Euro (mit Zusatzbedingungen).

Geld knapp? Ansprüche früh prüfen 

Ein kurzer Check kann viel Druck rausnehmen: Kinderzuschlag bis 297 Euro/Monat pro Kind (rückwirkend max. 6 Monate), Wohngeld (seit 2023 erhöht) oder Bürgergeld (SGB II). Im SGB II gilt eine Karenzzeit von 12 Monaten für Wohnkosten; in dieser Zeit wird die Miete oft komplett übernommen. Alleinerziehende bekommen im SGB II oft Mehrbedarf (z.B. 1 Kind unter 7: 202,68 Euro).

So kann Beratung dich entlasten

Du musst das nicht alleine sortieren. In einer Beratung kannst du Streitpunkte strukturieren, Unterlagen sammeln, Ansprüche überschlagen und passende Schritte planen – ohne Druck und in deinem Tempo. Über den Hilfe-Finder findest du NRW-weit passende Beratungsstellen, ohne langes Suchen.

Nein. Durch die Trennung ändert sich am Sorgerecht erstmal nichts. Es bleibt so, wie es vorher war. Wichtig ist, wie ihr Entscheidungen trefft und Infos teilt.

Klare Zeiten, Abhol- und Bring-Orte, Ferien/Feiertage und ein Plan B. Der Umgang sollte vor allem zum Kind passen und verlässlich im Alltag funktionieren.

Du kannst prüfen, ob Unterhaltsvorschuss möglich ist. Er hilft, wenn kein oder unregelmäßig Unterhalt gezahlt wird. Die Höhe hängt vom Alter des Kindes ab.

Je nach Situation kommen Kinderzuschlag, Wohngeld oder Bürgergeld (SGB II) in Frage. Früh prüfen lohnt sich, weil es schnell Druck rausnehmen kann.

Wenn Gespräche festfahren, Termine und Absprachen nicht klappen, Geld knapp ist oder du Schutz brauchst. Beratung hilft, die nächsten Schritte ruhig und klar zu planen.

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