Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.

Verband allein erziehender Mütter und Väter
Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Trennung: So unterstützt du dein Kind 

Du musst das nicht „perfekt“ machen, damit es deinem Kind gut geht. Es hilft schon sehr, wenn du Sicherheit gibst, ehrlich bleibst und gut auf Warnzeichen achtest. 

Alles Wichtige auf einen Blick

  • Gib deinem Kind Sicherheit durch klare Tagesabläufe und verlässliche Infos
  • Sag oft und deutlich: Du bist nicht schuld und „Du darfst beide lieben“
  • Halte Streit raus: keine Botenaufträge, keine Verhöre, klare Stoppsätze
  • Achte auf Warnzeichen und nimm früh Hilfe von außen an
  • auch finanzielle Entlastung

Deine nächsten Schritte

  • Sprich heute einen kurzen Satz der Sicherheit: „Du bist nicht schuld. Ich bin da.“
  • Plane 1–2 feste Rituale für Übergänge und den Alltag (Schlaf, Abschied, Ankommen).
  • Wenn es kippt oder Geld knapp ist: Hol dir Beratung und prüfe Kinderzuschlag/Wohngeld/Unterhaltsvorschuss.

Erstmal: Du bist nicht allein

Eine Trennung kann sich anfühlen wie Dauerstress. Viele Mütter kennen das. Und viele Kinder reagieren stark. Das ist normal. Wichtig ist: Du kannst viel tun, auch in kleinen Schritten.

Sicherheit geben: Was jetzt gleich hilft

  • Halte feste Zeiten ein (Aufstehen, Essen, Schlafen).
  • Sag klar: Du bist nicht schuld.
  • Erkläre kurz, ohne Details: „Wir Erwachsenen kriegen das als Paar nicht mehr hin.“

Gefühle zulassen – ohne dein Kind zu überfordern

Sag Sätze wie:

  • „Ich sehe, du bist traurig/wütend. Das darf sein.“
  • „Du darfst beide Eltern lieben.“

Wenn du selbst weinst: „Ich bin gerade traurig, aber ich kümmere mich. Du bist sicher.“

Streit raus aus dem Kinderraum

  • Keine Botenaufträge.
  • Keine Verhöre nach Besuchen.
  • Wenn es kippt: „Stopp. Das klären wir Erwachsenen später.“

Kontakt & Übergänge gut gestalten

Hilfreich sind kleine Rituale:

  • Tasche immer gleich packen.
  • Kurzer Abschied, klare Uhrzeit.
  • Danach etwas Ruhiges: Kakao, Buch, Kuscheln.

Warnzeichen: Wann du extra hinschauen solltest

Hol dir Hilfe, wenn es länger anhält:

  • Schlafprobleme, Bauchweh, Rückzug
  • starke Angst, Wut, Schulabfall
  • „Ich will nicht mehr da sein“-Sätze

Dann gilt: lieber einmal zu früh Unterstützung holen.

Hilfe von außen annehmen – auch finanziell entlasten

 

Wenn Geld knapp wird, ist Stabilität schwer. Prüfe Ansprüche wie Kinderzuschlag (bis max. 297 Euro/Monat pro Kind), Wohngeld oder Unterhaltsvorschuss (z.B. 227/299/394 Euro je nach Alter). 

So kann Beratung dich konkret entlasten

In Beratung kannst du sortieren, was dein Kind braucht, wie Gespräche gelingen und welche Hilfen passen. Über den Hilfe-Finder findest du NRW-weit passende Beratungsstellen, ohne langes Suchen.

Kurz und klar: „Wir Erwachsenen trennen uns. Du bist nicht schuld. Wir lieben dich beide.“ Keine Details, keine Vorwürfe.

Erstmal ernst nehmen und nach dem Grund fragen: „Was genau macht dir Angst oder Bauchweh?“ Wenn es um Stress, Druck oder Sicherheit geht, hol dir Unterstützung von einer Beratungsstelle.

Wenn Schlaf, Essen, Schule oder Stimmung über Wochen stark kippen, oder wenn dein Kind über „nicht mehr leben wollen“ spricht: bitte früh Hilfe holen (Kinderarzt, Schule, Beratung).

Je nach Situation kommen Kinderzuschlag (bis 297 Euro/Monat pro Kind), Wohngeld und Unterhaltsvorschuss (z.B. 227/299/394 Euro je nach Alter) infrage. Lass dich dazu beraten, damit du nichts übersiehst.

Keine Botenrollen, keine Fragen wie „Was hat er/sie gesagt?“, keine Abwertung. Sag lieber: „Das klären wir Erwachsenen.“ Und gib deinem Kind das Gefühl: Es darf beide lieben.

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