24.04.2026
Vortrag: Arm und Alleinerziehend
Rund 80 Fachkräfte diskutierten beim Dialogforum „Über Armut reden“ über bessere Unterstützung für Alleinerziehende und ihre Kinder.
Beim Dialogforum „Über Armut reden“ haben rund 80 Fachkräfte aus Beratung, Jugendhilfe, Bildung und sozialen Diensten über Armut in Alleinerziehenden-Familien gesprochen. Veranstalter waren die LVR-Koordinationsstelle Kinderarmut und die Chancenwerkstatt für Vielfalt und Teilhabe der Integrationsagentur der AWO Mittelrhein. Im Mittelpunkt standen strukturelle Gründe für das deutlich erhöhte Armutsrisiko sowie die Frage, wie Unterstützung im Alltag verlässlicher ankommen kann. Der VAMV NRW hat dazu einen Vortrag gehalten; die Inhalte wurden anschließend in der Runde diskutiert.
Als besonders kritischer Zeitpunkt wurde der Moment der Trennung benannt. In dieser Phase bricht häufig ein Teil des bisherigen Haushaltseinkommens weg, während viele Kosten weiterlaufen oder steigen. Das Haushaltseinkommen setzt sich typischerweise aus Erwerbseinkommen, Unterhaltszahlungen und staatlichen Leistungen zusammen. Wenn Unterhalt ausbleibt oder nur unregelmäßig gezahlt wird und Betreuungszeiten die Erwerbsarbeit begrenzen, geraten viele Alleinerziehenden-Haushalte schnell unter Druck.
Genannt wurden als strukturelle Faktoren unter anderem fehlende oder nicht verlässliche Unterhaltszahlungen, begrenzte Arbeitszeiten durch Betreuungsverantwortung, sowie organisatorische und bürokratische Hürden beim Zugang zu Leistungen. In der Praxis wurde betont, wie wichtig frühe Information, Unterstützung bei Anträgen und – sofern es die jeweilige Stellenbeschreibung zulässt – Begleitung zu Behördenterminen sind. Als hilfreich wurden zudem niedrigschwellige Anlaufstellen vor Ort beschrieben, damit Unterstützung schnell erreichbar ist und Familien nicht zwischen Zuständigkeiten verloren gehen.
Der VAMV NRW kooperiert regelmäßig mit anderen Akteuren und bringt seine Expertise in Veranstaltungsformate ein.