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Bertelsmann Studie: Hohes Armutsrisiko für Alleinerziehende

Bertelsmann Studie: Hohes Armutsrisiko für Alleinerziehende

Essen, 15.07.2021 Die Bertelsmann Stiftung hat in einer weiteren Studie das hohe Armutsrisiko für Alleinerziehende ermittelt: Das Risiko, in Armut zu leben, ist für alleinerziehende Familien in Deutschland von allen Familienformen am höchsten. Grund für das hohe Armutsrisiko sind weiterhin strukturelle Defizite unter anderem bei der bedarfsgerechten Kinderbetreuung und fehlenden existenzsichernden Maßnahmen für die Kinder von Alleinerziehenden.

"Familie ist keine Privatsache", sagt unser Vorstand Nicola Stroop. "Der Staat muss dafür sorgen, dass es allen Kindern aus allen Familien finanziell gleich gut gehen kann." Der VAMV fordert deshalb seit Jahren die Einführung einer Kindergrundsicherung, die die Existenz von allen Kindern absichert."

Laut der Bertelsmann Studie sind Frauen in besonderer Weise vom Armutsrisiko betroffen, denn 88 Prozent der Alleinerziehenden sind Mütter. Zwar ist der Anteil der Alleinerziehenden, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II beziehen, seit 2015 zurückgegangen: in den westdeutschen Bundesländern von 36 auf 34 Prozent, im Osten sogar von 43 auf 33 Prozent. Das deutet darauf hin, dass politische Anstrengungen – wie die Reformen von Unterhaltsvorschuss und Kinderzuschlag – dazu beigetragen haben, alleinerziehende Familien aus dem SGB II-Bezug zu lösen. Trotzdem ist ihr Anteil unter den SGB II-Haushalten mit 34 Prozent fast fünfmal höher als bei Paarfamilien mit Kindern (7 Prozent). Wie die neue Studie "Alleinerziehende weiter unter Druck" von Anne Lenze (Hochschule Darmstadt) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt, ist das Risiko der Einkommensarmut für alleinerziehende Familien nicht gesunken, sondern verharrt auf hohem Niveau.