#GEMEINSAMLAUT
Aktuelles #GEMEINSAMLAUT

Fachveranstaltung "Seelische Gesundheit": Welche Unterstützungsstrukturen brauchen Alleinerziehende?

Fachveranstaltung "Seelische Gesundheit": Welche Unterstützungsstrukturen brauchen Alleinerziehende?

24.11.2021 Alleinerziehende brauchen einen besseren Zugang zu Information und Beratung. Es fehlen Anlaufstellen in den Kommunen, die offen für alle Alleinerziehenden und alle Anliegen sind. In dem Workshop "Geeignete Unterstützungsstrukturen für Alleinerziehende" im Rahmen der Fachveranstaltung "Seelische Gesundheit in und nach der Pandemie – Herausforderungen und Ansätze für die Landesinitiative Gesundheitsförderung und Prävention" stellte der VAMV NRW seine Forderung nach Anlaufstellen vor.

In der Fachveranstaltung mit rund 400 Teilnehmenden aus Nordrhein-Westfalen und dem gesamten Bundesgebiet tauschten sich Expert*innen darüber aus, wie seelische Gesundheit gefördert werden kann. Alleinerziehende gelten als besonders vulnerable Gruppe. Sie brauchen mehr Unterstützung, so die einhellige Expertenmeinung. In vielen Kommunen gibt es deshalb verschiedene Angebote für Alleinerziehende, diese reichen von unverbindlichen Treffen über Beratungsangeboten bis hin zu Entlastungsangeboten. Doch die Expertinnen, die sich in dem Workshop mit dem VAMV NRW ausgetauscht haben, waren sich einig: Die Einzelprojekte funktionieren gut, sind aber vielen Alleinerziehenden oftmals nicht bekannt und helfen auch nur punktuell, die Lebenslage zu verbessern. Was fehle seien eine Gesamtstrategie und übergeordnete Strukturen, die sämtliche Angebote bündeln und die Zugänge zu den Angeboten erleichtern.

"Wir müssen Alleinerziehende in ihrer schwierigen Lebenssiituation viel früher abholen, bevor es ihnen schlecht geht und die seelische Gesundheit beeinträchtigt ist", sagt Nicola Stroop, Vorstand VAMV NRW. Es sei eine staatliche Aufgabe, dafür Unterstützungsstrukturen zu schaffen. Aber auch Arbeitsgeber könnten innerbetrieblich Anlaufstellen einrichten und dafür sorgen, dass Alleinerziehende frühzeitig Orientierung und Hilfe erhalten. "Unternehmen wissen über den Status der Beschäftigten Bescheid", so Nicola Stroop. "Sie könnten auf Arbeitnehmende zugehen und fragen, was sie in ihrer jetztigen Lebensphase brauchen beispielsweise Arbeitszeit-Anpassungen, gegebenenfalls Umzugshilfe oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung."