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Kritik am Tatort

Essen, 25.10.2021 Sobald es um alleinerziehende Mütter und Väter geht, bedienen Medien immer wieder Klischees. Der aktuelle Tatort „Blind Date“ mit Heike Makatsch in der Rolle als Kommissarin Berlinger ist ein gutes Beispiel. Die zweifache Mutter schafft es hier nicht, Beruf und Familie zu vereinbaren. „Alleinerziehende sind täglich gefordert und müssen eine enorme Belastung tragen, aber sie nicht automatisch überfordert“, stellt Nicola Stroop, Vorstand des VAMV NRW klar. „Das Bild von der labilen, berufstätigen Alleinerziehenden, die keine Bindung zu ihrem Kind aufbauen kann, bedient Stereotype – mehr nicht.“

Die permanente Doppelbelastung aus Existenzsicherung und Kinderbetreuung hinterlässt bei Alleinerziehenden Spuren. „Für diese Gruppe der Alleinerziehenden brauchen wir viel mehr passgenaue Unterstützungsangebote und bessere strukturelle Rahmenbedingungen“, fordert unser Vorstand. „Das ändert aber nichts daran, dass die große Mehrheit der alleinerziehenden Väter und Mütter einen herausragenden Job machen. Auch der Tatort sollte endlich in der Realität ankommen und positive Rollenmodelle zeigen.“

Auch ZEIT online-Autor Matthias Dell macht sich über die Darstellung lustig. Er schreibt in seiner Kritik: "Ein eindrucksvoller Ausflug in den westdeutschen Rabenmutterismus, den die Kommissarin ohne zu murren auf sich bezieht ("keine gute Mutter") und deshalb ihr zweites Kind (wer die Nummer mit dem ersten Kind schon vergessen hatte) weggibt, weil der Kindsvater David (Alan Burgon) nach Jahren mal eben vorbeischneit."