Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.

Verband allein erziehender Mütter und Väter
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30.01.2023

Abschlussbericht Fachkräfte gewinnen durch Kinderbetreuung in den Randzeiten

30.01.2023 Die ergänzende Kinderbetreuung in den Randzeiten kann Alleinerziehende und ihre Kinder aus der Armut holen. In einem Abschlussbericht stellen wir unsere Erfahrungen und Erfolge des Essener Modells "Sonne, Mond und Sterne – ergänzende Kinderbetreuung" vor, berichten über Transferhindernisse hin und geben Handlungsempfehlungen an die Politik.

Berufstätigkeit und Familie zu vereinbaren, ist eine enorme Herausforderung für alle Eltern. Alleinerziehende ohne privates Betreuungsnetzwerk werden dabei vor unlösbare Aufgaben gestellt, zumal in den systemrelevanten Berufen mit Schichtbetrieb im Dienstleistungsbereich, im Handel oder in der Pflege. Die Arbeitszeiten dort sind einfach nicht mit den gängigen Betreuungszeiten vereinbar. Die Folge: Das Fachkräftepotenzial der Alleinerziehenden geht verloren, ihre Familien sind abhängig von SGB-II-Leistungen, ihre Kinder sind von Armut bedroht. Eines der größten Armutsrisiken für Kinder in Deutschland ist es, bei einem allein erziehenden Elternteil aufzuwachsen. Eine Lösung bietet das Projekt „Sonne, Mond und Sterne“, das der VAMV NRW seit 2014 in Essen durchführt. Das Projekt arbeitet auf der Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Arbeits- bzw. Fachkräfteförderung. Es ermöglicht Alleinerziehenden, existenzsichernd arbeiten zu gehen, indem es die Kinderbetreuung außerhalb der üblichen Öffnungszeiten von Kita und OGS im Haushalt der Eltern durch individuelle, ergänzende Betreuung sicherstellt.

Die Randzeitenbetreuung wirkt: Von den bislang 49 Teilnehmer*innen konnten 30 Alleinerziehende eine Ausbildung aufnehmen beziehungsweise fortsetzen, 23 Ausbildungen wurden bislang abgeschlossen, nur vier Mal wurde die Ausbildung abgebrochen. Die anderen Teilnehmer*innen konnten durch das Projekt eine Arbeit aufnehmen oder mussten sie nicht aufgeben, weil die Kinderbetreuung nicht ausreichte. „Sonne, Mond und Sterne“ verbindet eine individuelle und damit möglichst kindgerechte (Zusatz-)Betreuung mit hohen arbeitsmarktpolitischen Erfolgsquoten und ermöglicht so eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seit 2019 betrieb der VAMV NRW eine 3-jährige Transferstelle, um Randzeitenbetreuung nach dem Essener Modell auch in anderen Kommunen zu implementieren.

Im Rahmen des Transfers wurden in 33 Kommunen Beratungsprozesse begleitet. Als größtes Transferhindernis stellte sich die fehlende Finanzierungsstruktur heraus. Nach teilweise zähem Ringen konnte das Projekt an acht Standorten (Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Freiburg, Hildesheim, Karlsruhe, Köln, Paderborn) schließlich an den Start gehen. Der vorliegende Abschlussbericht untersucht die Transferhindernisse, die Gelingensfaktoren an den Standorten und gibt Hinweise, wie ein nachhaltiges und übertragbares Finanzierungskonzept ausgestaltet sein müsste.

Wir danken der Auridis Stiftung gGmbH, die die Transferstelle finanziert und jederzeit sehr konstruktiv begleitet hat.

Mehr Infos über Sonne, Mond und Sterne – ergänzende Kinderbetreuung

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