Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.

Verband allein erziehender Mütter und Väter
Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

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30.05.2026

Workshop vom VAMV NRW: Care-Arbeit und Gender Gaps

Beim Frauenkongress der Grünen NRW diskutierte der VAMV NRW am 30. Mai, wie Sorgearbeit, Gender Gaps und Armut zusammenhängen – mit Blick auf Alleinerziehende.

Der VAMV NRW hat am 30. Mai 2026 in Duisburg beim Frauenkongress der Grünen NRW einen Workshop mit dem Titel „Armut, die. Wer zahlt den Preis für Care-Arbeit?“ angeboten. Im Mittelpunkt standen strukturelle Ursachen von Armut, die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit und die Folgen für Teilhabe und Selbstbestimmung – besonders für alleinerziehende Mütter.

Kinder: Armutsrisiko für Mütter

Diskutiert wurde, warum Kinder für Mütter häufig zum Armutsrisiko werden, für Väter jedoch oft nicht. Alleinerziehende sind überdurchschnittlich von Armut betroffen. Sie haben ein doppelt so hohes Armutsrisiko im Vergleich zu Paarfamilien. In Nordrhein-Westfalen beziehen etwa 50 Prozent der Alleinerziehenden Leistungen nach SGB II. 

Gender Gaps

Im Workshop wurden mehrere Gender Gaps vorgestellt und gemeinsam eingeordnet. Genannt wurden der

  • Gender Care Gap mit 10,15 Stunden mehr Care-Arbeit pro Woche bei Frauen, bei 34-Jährigen sogar 19,48 Stunden. Außerdem der
  • Gender Worktime Gap mit 7,9 Stunden weniger Erwerbsarbeit pro Woche bei Frauen sowie der
  • Gender Pay Gap mit 4,46 Euro weniger Stundenlohn. Auch die langfristigen Folgen wurden thematisiert. Der
  • Gender Lifetime Earnings Gap mit 670.000 Euro weniger Einkommen im Lebensverlauf bei Frauen und die Motherhood Lifetime Penalty mit 740.000 Euro weniger Einkommen im Lebensverlauf bei Müttern im Vergleich zu Frauen ohne Kinder. Beim
  • Gender Pension Gap wurden 633 Euro weniger Rente pro Monat bei Frauen genannt. Bei Betrachtung nur der selbst erworbenen Rentenansprüche ohne Hinterbliebenenversorgung lag der Unterschied bei 1.227 Euro im Monat.

Lösungsansätze

In der Diskussion sammelten die Teilnehmenden Lösungsansätze. Genannt wurden ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine stärkere Beteiligung von Vätern in der Elternzeit sowie Verbesserungen bei der Kinderbetreuung. Der VAMV NRW bekräftigte seine Forderung, die Elternzeitmonate im Grundsatz 50:50 auf beide Elternteile zu verteilen. Weitere Vorschläge betrafen eine bessere Frauenförderung in Landestarifen.

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